GLÜCK - Kristóf Szabó Uraufführung seines intermedialen Werks im Rahmen des Sommerblutfestivals
Hauptdarsteller:
Erzsi Kiss (Musik/Gesang), János Boda (Tanz/Bewegung), Jules Desgoutte (elektronische Musik), Ivó Kovács (Animation, 3D-Animation)
Regie:
Kristóf Szabó (Text)
Text:
Ein König und Seher, der mehr sieht,
als es den Göttern recht ist, wird ungeheuer bestraft.
Er heißt Sisyphos. Verzweifelt schreit er
zum höchsten Gott hinauf, dem selbst Zeus und Hera
Untertan sind: zu Ego, dem Weltenherrn!
Ego erbarmt sich, in der Hitze der Wüste
bringt er Sisyphos um den Verstand und macht ihn
zugleich zum schrecklichen Tyrannen, der sich
ohne jede Empathie vom Rauch der brennenden Welt ernährt.
Seinem unstillbaren Hunger opfert Sisyphos als ersten
seinen ständigen Begleiter, den treuen Hund Ugathos.
Mit den Mitteln der Animation, des Tanztheaters und des Schauspiels inszeniert Kristóf Szabó eine Fortschreibung der Parabel von Sisyphos. Ganz im Stil des modernen Menschen sucht der antike Held sein Glück in der Selbstverwirklichung und verstrickt sich dabei
in der Maßlosigkeit seines Ego, bis er Freund und Feind nicht mehr unterscheiden kann.
In der spartenübergreifenden, intermedialen Aufführung GLÜCK erzählen eine Stunde Animationsfilm, 3D-Animation, Tanz, Text und Musik die komplexe Parabel von Sisyphos zum ersten Mal ungekürzt!
Kontextualität als Dialog des Glücks
Momente des dramaturgischen Ereignisses werden spartenübergreifend von verschiedenen Medien erzählt und aufeinander bezogen. Die erzielte Verzahnung dient nicht nur dem Aufbau einer dramaturgischen Kontinuität, was wir als das Stück begreifen, sondern führt zu einer neuen Vertiefung einzelner Aspekte im Prozess des Dialogs.
Statt einzelne Inhalte separiert zu sehen, lernt der Zuschauer, ein Detail stets auf eine Gesamtheit zu beziehen, Unterschiede als bereichernd zu empfinden, sowie das Private und das Öffentliche, die Gesellschaft und das Individuum als ein lebendiges Miteinander und Füreinander zu begreifen. Die eingesetzten technischen Mittel vertiefen durch ihre eigentümliche, distanzierte Vermittlungsweise die Konzentration auf die strukturellen Elemente der Inszenierung und sprechen den analytischen Verstand an, während die künstlerischen Mittel intim die Sinneswahrnehmung des Zuschauers sensibilisieren. Die eingesetzten Disziplinen lernen voneinander, während das Publikum subjektiv kombiniert und lernt. Die Freude an der Sinneswahrnehmung und die Freude an der Bewusstheit der verbindenden Elemente ermöglichen eine sehr intensive und vielseitige Kunstrezeption. Das Selbstverständnis für Zeit und Raum und die klassischen Grundlagen der Theaterarbeit werden dabei von Grund auf neu definiert. Der Künstler verfolgt das Ziel, an der Erziehung des Menschen zur bewussten Wahrnehmung der Welt mitzuarbeiten.
Kristóf Szabó beschäftigt sich seit seiner Jugend mit den verschiedenen Sparten der Kunst sowie mit unterschiedlichen sprachlichen Mitteln. Während seines Studiums der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft in Köln (1988 – 1996) vertiefte er diese Ansätze zu einer spartenübergreifenden Arbeit am Theater. Seine Schwerpunkte wurden: Tanz- und Bewegungstheater bei Nutzung der technischen Medien wie Film, Video, Animation, Fotografie sowie der Einsatz von Neuer (elektronischer) Musik und Live-Musik. Im Zusammenhang von Fragen zum privaten und öffentlichen Raum sowie der Intimität spielen außerdem Architektur, Design und gesprochene wie erfundene Sprachen eine wichtige Rolle in seiner Arbeit.
Bis zu seinem Magisterabschluss im Jahre 1996 schrieb er mehrere spartenübergreifende Bühnenkonzepte und Theaterstücke (STILLLEBEN / UNTER GLAS) sowie Sprach- und Klangcollagen. 1996 konnte er im Rahmen eines postmodernen Projekts in der Klasse von Prof. Girshausens die Analyse seines intermedialen Bühnenwerks „Omphalos“ als Magisterarbeit mit gutem Erfolg einreichen. Durch ein Publikationsstipendium des Ungarischen Ministeriums der Kultur finanziert, erschien im Verlag fisz, Budapest 2004 das Buch „karfüst“, welches zwei intermediale Bühnenstücke beinhaltet: „karfüst“ (entstanden 1993) und „space shuttle licht alchemie“ (enstanden 1993 – 2004). Karfüst wurde 2005 in Budapest in der Regie von Alíz Miklusicsák am Tüzraktér – Zentrum für unabhängige Kunst Budapest uraufgeführt. Die dortige Regisseurin griff auf die Mittel des Bewegungstheaters, der bildenden Kunst und des akustischen Hörspiels zurück, um ein dramaturgisch begründetes Gefüge von einzelnen Szenen zu arrangieren.
Im Gegensatz zur Multimedialität, bei der diverse Medien ohne dramaturgische Verzahnung bei einer Aufführung einsetzt werden, versteht Kristóf Szabó seine seit 2005 aufgenommene Tätigkeit als spartenübergreifend arbeitender Regisseur als intermedialen Umgang mit den Künsten.
als es den Göttern recht ist, wird ungeheuer bestraft.
Er heißt Sisyphos. Verzweifelt schreit er
zum höchsten Gott hinauf, dem selbst Zeus und Hera
Untertan sind: zu Ego, dem Weltenherrn!
Ego erbarmt sich, in der Hitze der Wüste
bringt er Sisyphos um den Verstand und macht ihn
zugleich zum schrecklichen Tyrannen, der sich
ohne jede Empathie vom Rauch der brennenden Welt ernährt.
Seinem unstillbaren Hunger opfert Sisyphos als ersten
seinen ständigen Begleiter, den treuen Hund Ugathos.
Mit den Mitteln der Animation, des Tanztheaters und des Schauspiels inszeniert Kristóf Szabó eine Fortschreibung der Parabel von Sisyphos. Ganz im Stil des modernen Menschen sucht der antike Held sein Glück in der Selbstverwirklichung und verstrickt sich dabei
in der Maßlosigkeit seines Ego, bis er Freund und Feind nicht mehr unterscheiden kann.
In der spartenübergreifenden, intermedialen Aufführung GLÜCK erzählen eine Stunde Animationsfilm, 3D-Animation, Tanz, Text und Musik die komplexe Parabel von Sisyphos zum ersten Mal ungekürzt!
Kontextualität als Dialog des Glücks
Momente des dramaturgischen Ereignisses werden spartenübergreifend von verschiedenen Medien erzählt und aufeinander bezogen. Die erzielte Verzahnung dient nicht nur dem Aufbau einer dramaturgischen Kontinuität, was wir als das Stück begreifen, sondern führt zu einer neuen Vertiefung einzelner Aspekte im Prozess des Dialogs.
Statt einzelne Inhalte separiert zu sehen, lernt der Zuschauer, ein Detail stets auf eine Gesamtheit zu beziehen, Unterschiede als bereichernd zu empfinden, sowie das Private und das Öffentliche, die Gesellschaft und das Individuum als ein lebendiges Miteinander und Füreinander zu begreifen. Die eingesetzten technischen Mittel vertiefen durch ihre eigentümliche, distanzierte Vermittlungsweise die Konzentration auf die strukturellen Elemente der Inszenierung und sprechen den analytischen Verstand an, während die künstlerischen Mittel intim die Sinneswahrnehmung des Zuschauers sensibilisieren. Die eingesetzten Disziplinen lernen voneinander, während das Publikum subjektiv kombiniert und lernt. Die Freude an der Sinneswahrnehmung und die Freude an der Bewusstheit der verbindenden Elemente ermöglichen eine sehr intensive und vielseitige Kunstrezeption. Das Selbstverständnis für Zeit und Raum und die klassischen Grundlagen der Theaterarbeit werden dabei von Grund auf neu definiert. Der Künstler verfolgt das Ziel, an der Erziehung des Menschen zur bewussten Wahrnehmung der Welt mitzuarbeiten.
Kristóf Szabó beschäftigt sich seit seiner Jugend mit den verschiedenen Sparten der Kunst sowie mit unterschiedlichen sprachlichen Mitteln. Während seines Studiums der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft in Köln (1988 – 1996) vertiefte er diese Ansätze zu einer spartenübergreifenden Arbeit am Theater. Seine Schwerpunkte wurden: Tanz- und Bewegungstheater bei Nutzung der technischen Medien wie Film, Video, Animation, Fotografie sowie der Einsatz von Neuer (elektronischer) Musik und Live-Musik. Im Zusammenhang von Fragen zum privaten und öffentlichen Raum sowie der Intimität spielen außerdem Architektur, Design und gesprochene wie erfundene Sprachen eine wichtige Rolle in seiner Arbeit.
Bis zu seinem Magisterabschluss im Jahre 1996 schrieb er mehrere spartenübergreifende Bühnenkonzepte und Theaterstücke (STILLLEBEN / UNTER GLAS) sowie Sprach- und Klangcollagen. 1996 konnte er im Rahmen eines postmodernen Projekts in der Klasse von Prof. Girshausens die Analyse seines intermedialen Bühnenwerks „Omphalos“ als Magisterarbeit mit gutem Erfolg einreichen. Durch ein Publikationsstipendium des Ungarischen Ministeriums der Kultur finanziert, erschien im Verlag fisz, Budapest 2004 das Buch „karfüst“, welches zwei intermediale Bühnenstücke beinhaltet: „karfüst“ (entstanden 1993) und „space shuttle licht alchemie“ (enstanden 1993 – 2004). Karfüst wurde 2005 in Budapest in der Regie von Alíz Miklusicsák am Tüzraktér – Zentrum für unabhängige Kunst Budapest uraufgeführt. Die dortige Regisseurin griff auf die Mittel des Bewegungstheaters, der bildenden Kunst und des akustischen Hörspiels zurück, um ein dramaturgisch begründetes Gefüge von einzelnen Szenen zu arrangieren.
Im Gegensatz zur Multimedialität, bei der diverse Medien ohne dramaturgische Verzahnung bei einer Aufführung einsetzt werden, versteht Kristóf Szabó seine seit 2005 aufgenommene Tätigkeit als spartenübergreifend arbeitender Regisseur als intermedialen Umgang mit den Künsten.



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