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Tanya Ury - 'Die Sinne' Ein multimediales Erlebnis im Rahmen der Interkulturellen Woche

Text:
Die Sinne ist eine Kollektion von Arbeiten, die im Verlauf von 16 Jahren entstanden sind. Mit Video- und Audioaufnahmen, „Live“-Filmeinspielungen, Photoprojektionen, sowie der Begegnung mit stimulierender Küche ist Die Sinne auch eine Hommage an die Arbeiten von Samuel Beckett, Jean-Paul Sartre, Italo Calvino, Primo Levi and Hanif Kureishi.

Die Sinne sind unsere körperliche Möglichkeit, die Welt wahrzunehmen. Sie nähren den Verstand, aber wir haben die Wahl, was wir mit unseren Leben anfangen – sei es, dass wir uns in unseren Beziehungen grausam verhalten, wie fast alle Protagonisten in allen Teilen von Die Sinne, die im Endeffekt Moralitätsgeschichten sind.

The Senses (Die Sinne): Play in Camera (Gesichtssinn) 1992
Eine lautlose Videoprojektion mit Kamera, Sigrid Hombach, als „Live”-Element

The Senses (Die Sinne): Play it by Ear – Laß mal Hören (Gehör) 1996
3 Audiogeschichten als Digital-Compositing mit Photoprojektion: An Ear for You (Ein Ohr für Dich) (Porträt des Ohrs von Amin Farzanefar) 2009

The Senses (Die Sinne): Ô d’Oriane (Geruchssinn) 2000
Die Photoserie (von Claudia Stauch) wird als Digital-Compositing Version mit Tonspur auf Leinwand projiziert.

The Senses (Die Sinne): Zucchini (Geschmackssinn) 2007
Die Videodokumentation einer Erzählung von mir (mit einer Mahlzeit zum Verkaufen im Foyer)

The Senses (Die Sinne): Intimacy (Intimität) (Tastsinn) 2009
ein Video, das im Theater präsentiert wird.
***
Die Video-Installation Play in Camera (Gesichtssinn) handelt von dem Blick in den Spiegel, oder in die Augen der Anderen: 3 dargestellte Charaktere haben sich in ihrem Leben sehr schlecht ihren Mitmenschen gegenüber verhalten, und dürfen als Bestrafung, nach dem Tod, nur in der Hölle der digitalen Impulse in einem Video-Projektion existieren (ein vierter Projektion, mit einer Kamera verkabelt, schließt die Betrachter in dieses Spektakel ein). Die Texte sind Zitate aus Sartres und Becketts Arbeiten. Beckett and Sartre waren während des Zweiten Weltkrieges Partisanen.

Drei Geschichten, die man in Play it by Ear – Laß mal Hören (Gehör) als Digital-Compositing-Version (mit Abbildung von An Ear for You (Ein Ohr für Dich)) wahrnehmen kann, umfassen Komödie und ernsthaftere Gedanken über die Natur von Katastrophen an unbekannten Orten (einschlafen, während man auf der Sonnenbank liegt, oder beim Autofahren), mit fremden Sprachen (einschlafen, während man sich einen Fremdsprachen-Kurs ich anhört), wobei unterschwellig Rassismus und Liebesbetrug enthüllt werden.

Die Photoprojektion Ô d’Oriane (Geruchsinn), wie auch das Video-Stück verdanken ihr Dasein verschiedenen literarischen Bezügen. Dieses Stück ist der vergänglichen Natur der Schönheit gewidmet; sepia-getönte, magazinähnliche Bilder einer halbbekleideten Stylistin werden durch Zitate von Calvino und Levi unterstützt, die von der Suche in ihrer Erinnerung nach dem eigentümlichen Geruch eines Menschen erzählen, der vor langem geliebt und verloren wurde. Die Photos sind mit Chanel Nr. 5 parfümiert. Anders als Coco Chanel, eine Nazi-Mitläuferin , waren Levi und Calvino Partisanen. Die Andeutung auf das Verhalten der einzelnen Person gegenüber dem Faschismus, ist in dieser Arbeit fast unterschwellig - wie ein wunderschöner Duft oder ein schlechter Geruch.

In Zucchini erzählt die Künstlerin ihre eigene dubiose Geschichte (auf Video dokumentiert) über Gemüse und Sex-Spielzeug, anlässlich ihrer Geburtstagsfeier in einer Berliner Galerie, nachdem die Gäste ein von ihr selbst zubereitetes Zucchini-Curry-Gericht verschlungen haben (Geschmacksinn). Die Anekdote handelt von Gemüse und Sex-Spielzeug, und von einer weihnachtlichen Versammlung von Freunden in Köln: 2 deutsche Christen, 2 Palästinenserinnen, und die Künstlerin selbst - eine englisch-deutsche Jüdin.

Auch in der letzten Arbeit Intimacy (Intimität) (Tastsinn), werden literarische Arbeiten zitiert, diesmal aus einem anderen Werk von Sartre - einer Kurzgeschichte der Vorkriegszeit, zusammen mit Sätzen aus Hanif Kureishis zeitgenössischem britischem Erzählband. Beide Autoren haben das gleiche Thema aufgenommen: Intimität und der Kollaps einer Ehe. Die Aufnahmen, zwischen Weihnachten und Silvester 1991 gefilmt (auf Stativ), zeigen die Künstlerin mit einem männlichen Geliebten, in sexueller Aktivität engagiert, auf Stativ gefilmt.

Programmablauf
Play in Camera
Projektion 7:9 Min. x 3 mit Überwachungskamera als Live-Element
Play it by Ear – Laß mal Hören
(mit Abbildung von An Ear for You (Ein Ohr für Dich))
1. Das Sonnenbett
2. Konzentrationsübungen - für den anspruchsvollen Fahrer
3. Lügen und Lernen
Ô d’Oriane
Die Photoserie (von Claudia Stauch) wird als Digital-Compositing Version mit Tonspur auf die Leinwand projiziert.
Pause (mit einer Mahlzeit zum Verkauf im Foyer)
Zucchini
Die Videodokumentation einer Erzählung von mir
(mit einer Mahlzeit zum Verkaufen im Foyer)
Intimacy (Intimität)
Videoprojektion
Insgesamt 2:10 Stunden
Rezension
Tanya Ury - 'Die Sinne' - multimediales Erlebnis
17.10.2009 © Kölner Stadt-Anzeiger vom 06.04.2000/Sabine Müller
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