Newsletter Anmeldung

 Austragen
Unsere Sponsoren:
Ein Link zu unserem Sponsor

TANZTAGE UNGARN Eine kauzige Choreographie

05.06.2010
/pages/de/spielplan/1349.htm
Kölner Stadt-Anzeiger
In Düsseldorf und Essen treten beim „Ungarn Festival“ die großen Namen auf – Tänzer, die längst anderswo in Europa arbeiten, aber ihre Wurzeln in Ungarn haben. Köln dagegen setzt in seiner sechsteiligen Ungarn-Serie in der Bühne der Kulturen und in der Halle Kalk auf Neuentdeckungen. Etwa Gyula Berger: Mit ihm habe Mitte der 80er Jahre der moderne Tanz in Ungarn angefangen, erklärt Kurator Kristóf Szabó vorab. Tatsächlich sind die Bewegungsqualitäten von Bergers Mann-Frau-Duo „Purple Dessert“ eigentümlich: oft so schwer und monumental, als ginge es um Muskelstudien, aber ganz präzise in der Form. Der männliche Performer tanzt eine kurze Sequenz mit steifem Bein und krummem Rücken, als wäre er binnen Sekunden gealtert. Die Frau kreist unaufhörlich starr gestreckte Arme und Beine, als wären es die Zeiger einer Uhr. Eine seltsame Paarbeziehung scheint sich hier abzuspielen, eine Art Liebe, bei der Mann und Frau wie Teile eines brutalen Mechanismus agieren. In ohrenbetäubender Lautstärke dröhnen Maschinengeräusche. Eine vielschichtige, ein wenig kauzige Choreografie, die den Tanz aus Ungarn vor allem als ästhetische Herausforderung vorstellt. (nis)