Neuer Einbürgerungstest: Wer nicht lacht, fliegt raus
| 04.11.2008 |
| KSTA Doppelte Spaßbürgerschaft |
| KstA Schaukasten - gesammelt von Norbert Ramme |
| In der ersten Reihe bei der Comedy oder Kabarett zu sitzen, kann ganz schön hart werden, erst recht, wenn die erste Reihe wegen Überfüllung gleicht auf die Bühne gesetzt wird. Die Traumvorlage für die vier Komödianten beim Köln-Comedy-Festival im Ehrenfelder Arkadas Theater wurde für einen Gast zum Trauma. Er verließ nach einigen harmlosen Frotzeleien beleidigt und fluchend die Bühne. Dem Rest des Publikums gefiel's: Der plötzliche Abmarsch brachte den großartigen Comedian Bülent Ceylan so aus dem Konzept, das er in bester Stand-up-Manier improvisieren musste. Dem deutschen Türken, der nach eigenem Bekunden gar kein Türkisch kann, kam spontan die Idee für ein neues Konzept zur Einbürgerung - einem Test für Deutsche wie Türken: Wer nicht über sich selbst lachen kann, fliegt raus. Und dann besang er in Ramstein-Manier die geflohene "beleidigte Leberwurst" - großartig. "Doppelte Spaßbürgerschaft" lautete das Motto des Abends, bei dem es außerordentlich viel zu lachen gab. Vor allem der Kölner Kabarettist Fatih Cevikkollu ist auf dem Weg, zum besten Analytiker deutsch-türkischer Befindlichkeiten in der bunten Republik Deutschland zu werden. Er moderierte den herrlichen Abend und sorgte für viel Vorfreude auf sein neues Solo-Programm ("Komm zu Fatih"), das am Donnerstag im ausverkauften Gloria Premiere hat. Der zu Unrecht noch recht unbekannte gebürtige Äthiopier Daniel Reinsberg begeisterte mit viel Charme und ebenso vielen guten Gags. Der Chilene Alvaro Solar faszinierte mit unglaublicher Sprach- und Grimassenkunst sowie philosophisch-schrägen Liedern voller Gedanken, die sich vor ihm noch keiner gemacht hat. Weil's so schön war, gab's Montagabend eine Wiederholung. (fra) |