I hired a conract killer oder wie feuere ich meinen Mörder nach Aki Kaurismäki
| 24.11.2009 |
| Frankfurter Neue Presse 2009 |
| Warum eine unangenehme Arbeit selbst verrichten, wenn es dafür Profis gibt? Henri Boulanders Leben läuft aus der Spur. Nichts klappt, und dann kommt auch noch die fristlose Kündigung. So beschließt der Pechvogel, sein scheinbar sinnloses Leben zu beenden. Doch dann setzt ein an Woody Allen geschulter makabrer Humor ein: Der Haken, an dem der Strick befestigt ist, reißt, und aus unerklärlichen Gründen versagt die Gaszufuhr gerade in dem Moment, als der Selbstmord-Kandidat seinen Kopf in den Backofen steckt - und mit dem Messer klappt es auch nicht. Genau in dieser Situation fällt Henris Blick auf eine Zeitungsanzeige, in dem ein Auftragskiller seinen Dienst anbietet. In Aki Kaurismäkis Tragikomödie aus den 90er Jahren hebt Henri sein ganzes Geld vom Konto ab. Doch kurz darauf lernt er die Blumenverkäuferin Margaret kennen und verliebt sich in sie. Plötzlich hat sein Leben wueder eine Bedeutung, doch dummerweise gibt es keine Möglichkeit, dem Killer abzusagen. Ein gewagtes Unternehmen, diesen Film für die Bühne zu bearbeiten, denn Film und Theater arbeiten mit unterschiedlichen dramaturgischen Mitteln und Tecchniken. Doch die Inszenierung von Regina Busch überzeugt. Die karg ausgestatteten Figuren werden sehr schön herausgearbeitet von 'Heiner Produktion' einem Ensemble Frankfurter Künstler, das seit 2007 besteht und sich als Crossover von Theater, Medien und Schauspiel versteht. Unter geschickter Einsetzung von Videos werden die filmischen Außenszenen visualisiert. Christoph Stein als Henri, Mandy Müller in der Rolle der Margaret und Jonathan Doyle als eiskalter Killer engagiert und pointiert. Eine spannende Arbeit zwischen Film und Theater. |