Passa Mera - Stationen einer Reise (Interview, Thema: Musik)

"Stationen einer Reise“

Passa Mera ist der Name einer griechischen Band, die mit "Stationen einer Reise" ein außergewöhnliches Konzerterlebnis veranstaltet. In musikalischer Hinsicht handelt es sich um das Treffen unterschiedlicher Welten aufeinander. Griechische Klanglandschaften treffen auf Pop und Jazz. Hinter den Soundexperimenten stecken viele persönliche Einzelerlebnisse, die die Band in den letzten Jahren zu den Themen "Migration, Integration und Identität" zusammen getragen hat. Veranstaltungsort ist die Bühne der Kulturen. Am 23. September lässt sich dies alles ab 20:00 live erleben.
Wir führten ein Interview mit Kate und Kostas Passa Mera.

Presse:
Wie kommt ihr dazu griechische Musik mit Jazz zu vermischen?

Kate:
Je länger Du Musik machst, desto eher verschwimmen die Grenzen. Vielen Musikern geht es so, dass sie anfangs noch diese oder jene Musikrichtung favorisierten. Je länger Du dabei bist, desto mehr Brücken siehst Du. Besonders im Jazz finden sich ausgezeichnete Musiker, wie Benjamin Steil oder Christoph Moschberger, die sich über fremde Skalen und Taktarten freuen. Wir mischen aber nur Dinge, die wir selbst mögen.

Presse:
Wie seht ihr den heutigen Musikmarkt? Ist da noch Raum für Innovation, gibt es nicht zu viel von Allem?

Kostas:
Es zu einer musikalischen Inflation gekommen. Wir hören viel mehr, aber nicht unbedingt auch viel bessere Musik! Gute Musik wird anfangs sonderbar und anders klingen, um sich dann doch durchzusetzen. Mit der Zeit wird auch dies nicht mehr spektakulär wahrgenommen. Unsere Ohren haben sich in der Vergangenheit an verstärkte Instrumente, an Synthesizer, an Sprechgesang, an so Vieles gewöhnt! Für einige fremde Rhythmen und ein paar exotische Skalen ist noch genug Platz.

Presse:
Was sind Eure musikalischen Vorbilder? Was hört ihr selbst für Musik?

Kate:
Wir sind aufgewachsen mit der Musik unserer Eltern, meist griechische Lieder. Interessant ist, dass in vielen älteren griechischen Filmen Musik aus Lateinamerika und Swing zu hören ist. Dies war damals modern. Das Medium Film hat dazu beigetragen, dass diese Musikrichtungen in Griechenland sehr schnell Freunde fanden. Als Jugendliche entdeckten wir unsere eigene Musik im Pop, Rock und Jazz. Sting, Peter Gabriel, Jan Garbarek haben uns sehr angesprochen. Köln hat eine herausragende Jazz-Szene.

Presse:
Wie sieht die Pop-Rock Kultur im heutigen Griechenland aus?

Kostas:
Griechenland war lange Niemandsland für Veranstalter größerer Rockkonzerte.
Wahrscheinlich gab es lange keine Verkaufsstatistiken von Plattenalben. Die damals verbreitete Kultur Platten in Läden auf MC`s zu ziehen und weiter zu verkaufen, hat auch nicht zum Erfolg der Plattenindustrie beigetragen. Da hat sich seit der EU viel verändert. Es gibt einen breiteren Markt für eingängige Pop-Songs und zahlreiche griechische Rockbands. Leider hat keine Band einen inter¬na-tionalen Durchbruch geschafft.

Presse:
Wir Deutsche haben da ein bestimmtes Bild von griechischer Musik, die von Bouzouki und guter Laune dominiert wird?

Kate:
Ja, das Instrument spielt immer noch eine wichtige Rolle und taucht in der griechischen Radiomusik auch inmitten von Synthesizern auf. Der gute Laune Effekt gehr vielleicht daruf zurück, dass traditionelle griechische Musik immer noch auf Hochzeiten und Festen gespielt wird. Sie erfüllt eben diesen Zweck.

Presse:
Gia mas, Kate und Kostas! Wir bedanken uns für das Interview.
27.06.2011